„Zufluchtnehmen“ – Vesak-Fest 2018 in Berlin

Am 3. Juni 2018 fand die diesjährige Vesakfeier der Berliner und Brandenburger buddhistischen Gruppen im „Buddhistischen Tor“ der Triratna-Gemeinschaft statt. Das Thema lautete „Zufluchtnehmen“. Organisiert wird das Fest seit vielen Jahren von der „BuBB“ , dem Arbeitskreis für gemeinsame Aktivitäten buddhistischer Zentren und Gruppen in der Region. Ein Bericht von Marianne Wachs.

 

Auch Berlin feiert Vesak – schon seit vielen Jahren | Foto von Björn Grochla auf Unsplash

Die diesjährige Berliner Vesakfeier stand unter dem Motto „Zufluchtnehmen“, ein Thema, das unter den verschiedensten Aspekten betrachtet wurde und zu dem die Besucherinnen und Besucher des Festes viele praktische Hinweise erhielten. Zahlreiche Menschen waren gekommen – Buddhistinnen und Buddhisten ebenso wie Suchende, darunter etliche jüngere Menschen, um die sich das Buddhistische Tor intensiv bemüht.

Bei der gemeinsamen Feier aller Gruppen am Vormittag war wie jedes Jahr der Botschafter von Sri Lanka anwesend. Er hielt eine kleine Rede, outete sich auch als Buddhist (was in Sri Lanka nicht selbstverständlich ist!) und äußerte sich zu demUnterschied zwischen den westlichen und den srilankanischen BuddhistInnen. Danach sprach Dr. Michael Bäumer vom Berliner Forum der Religionen. Er hob in seiner Rede das ethische Moment als das Verbindende zwischen dem Buddhismus und anderen Religionen hervor und ging auch kurz auf das Thema des heutigen Vesakfestes ein. Amogharatna vom Buddhistischen Tor ging anschließend auf die Bedeutung von Sangha ein – Gemeinschaftlichkeit wird durch solche Feste ja in besonderer Weise gelebt und unterstrichen.

 

Ganz im „Flow“

Es folgten die Darbietungen der Ordinierten. Für den Theravada rezitierte Anagarika Panjasara und danach führte der japanische Meister der Gemeinschaft „Happy Science e.V.“ eine Rezitation und eine Zeremonie durch, welche „Dämonen austreiben“ sollte – eine sehr eindrucksvolle und kraftvolle Zeremonie, bei der die Anwesenden konzentriert und mit angehaltenem Atem lauschten. Danach führte Amogharatna die Anwesenden durch die Rezitation der dreifachen Zufluchtnahme. Die Vormittagszeremonie endete, während – von Amogharatna angeleitet – ein Buddha-Mantra gesungen wurde, mit dem Anzünden einer kleinen Kerze und einer Verbeugung vor der großen Buddhastatue. Anschließend wurden zuerst die Ordinierten zum Essen geführt, danach gingen die Nicht-Ordinierten, erfüllt von Vormittagszeremonie und Austreibungsritual.

Foto: media.digest

Am Nachmittag gab es wie gewohnt viele Vorträge, Meditationen und Workshops. Einige dieser Vorträge und Workshops beschäftigten sich mit dem Thema des Vesakfestes, andere mit Heilmeditationen, Körperarbeit und Körperübungen. Es endete mit einem kulturellen Programm, das von der japanischen Pianistin Tomoyo Umemura (die auch in der Universität der Künste Konzerte gibt) gestaltet wurde. Sie spielte Stücke von Debussy, Schumann und als Zugabe Chopin, erhielt am Ende großen Beifall, und viele Anwesende äußerten den Wunsch, dass die Kulturprogramme künftiger Vesakfeste auch auf einem solch hohen Niveau und in einer so intensiven und dennoch entspannenden Atmosphäre stattfinden sollten. Insgesamt lobten alle das ausgesprochen freundliche und hilfsbereite Klima im Buddhistischen Tor. Das Vesakfest ging ganz und gar im „Flow“ vonstatten, ohne Unstimmigkeiten. Davon – und von dem Wiedersehen mit ihren buddhistischen Freundinnen und Freunden – waren die Besucherinnen und Besucher angetan: Das Fest wirkte als eine Stärkung des Sangha.

Wir freuen uns auf das nächste Vesakfest der BuBB, das 2019 bei Rigpa e.V. im Dharma Mati-Zentrum in Berlin-Charlottenburg stattfinden wird.


Dr. Marianne Wachs (Suvannadharma)
Projektleiterin der BuBB
Buddhismus Berlin-Brandenburg, Vesakfest Berlin 2018

Weitere Informationen

Lesen Sie zu dem Thema auch: „Vesak – Vaiśakh – Buddha Jayanti“ – über die historischen Hintergründe des Vesakfestes. Ein Artikel von DBU-Rat Dr. Martin Ramstedt auf den Seiten von BUDDHISMUS aktuell.