Sterbebegleitung aus buddhistischer Sicht

Großes Interesse an buddhistischer Sterbebegleitung

Dem Thema Sterbebegleitung aus buddhistischer Sicht unter dem Titel „Abschied nehmen und loslassen“ widmete sich ein Modul des DBU-Studienprogramms im Mai 2012 in Lohmar. Geleitet wurde das Wochenende von Lisa Freund, Nyanabodhi und Josef Brombach. Dass Gesprächs- und Fortbildungsbedarf bei dem von der Gesellschaft weitgehend tabuisierten Thema Sterben und Tod besteht, zeigt die lange Warteliste, die bei der DBU für dieses Studien-Modul existiert.

Helge Latzina von der DBU-Geschäftsstelle hat an dem Wochenende teilgenommen und zieht seine persönliche Bilanz:

„Am letzten Wochenende hatten wir in Lohmar das Wiederholungsmodul zum Thema ,Abschied nehmen und loslassen. Sterbebegleitung aus buddhistischer Sicht‘ mit Lisa Freund, Nyanabodhi und Josef Brombach. Ich glaube, ohne zu übertreiben, dass wir da einen Volltreffer gelandet haben. Die Referenten waren wie üblich sehr kompetent und authentisch, z. B. hatten es die Sterbeübungen von Lisa Freund, wenn man sich darauf eingelassen wollte, ,in sich‘. Das Besondere war jedoch der Veranstaltungsort: Das Modul fand im Wohnhaus der Familie Brombach statt, dass direkt neben dem Elisabeth-Hospiz liegt.

Dieses haben wir am Samstagnachmittag auch besucht, was dem Thema noch mehr Tiefe und Authentizität gegeben hat. Josef Brombach, der Gründer des Hospizes, hat die Teilnehmer und mich durch seine Tiefgründigkeit aber auch seinen Humor tief beeindruckt. Wir waren 23 Teilnehmer, die alle sehr zufrieden waren. Die Feedbackrunde war teilweise fast schon rührend und durchweg positiv.

Es gab viel mehr Interessenten für dieses Wochenende, der Meditationsraum der Brombachs hätte aber nicht mehr Leute gefasst. Wir haben nach zwei Modulen mit 23 und 26 Teilnehmern noch immer über 30 Leute auf der Warteliste, d. h. bis jetzt wollen über 80 Interessenten an einem solchen Modul teilnehmen. In Hamburg im Januar 2013 werden wir sicher auch wieder voll sein.

Ein Teil des Erfolges hat ganz praktische Gründe. Einige der Teilnehmer sind oder waren in einer Hospizhelfer-Ausbildung und haben das Modul – erfolgreich glaube ich – als eine Art Weiterbildung aufgefasst. Viele andere sind aber einfach am Thema interessiert, sei es durch einen Tod in der Familie, eigene schlimme Erfahrungen oder weil sie sich einfach bewusst sind, dass der Tod etwas Universales ist, der uns alle betrifft. In unserer Gesellschaft sind Tod und Sterben vielerorts Tabuthemen, über die man nicht spricht. Gerade weil man allgemein so wenig darüber weiß, sind viele Buddhisten daran interessiert, mehr darüber zu erfahren.“

Weitere Infos bei der DBU-Geschäftsstelle in München.

Susanne Billig, Online-Redaktion