Stellungnahme zu den Ereignissen in Myanmar

Die Deutsche Buddhistische Union hat sich bisher selten zu politischen Themen geäußert. Die besondere Tragweite der Ereignisse in Myanmar veranlasst uns in diesem Fall zu einer Stellungnahme.

Der Rat der DBU schließt sich der Position der Europäischen Buddhistischen Union an, die folgende Erklärung veröffentlicht hat:

„Wir sorgen uns um die Situation in Myanmar, wo Menschenrechte nicht mehr geachtet werden und Gewalt bereits zu Todesfällen geführt hat.

Es wird berichtet, dass Menschen in Städten und Dörfern des Staates Rakhine geschlagen, vergewaltigt und ermordet werden, als auch, dass sie dort verhungern, hilflos erkranken und vertrieben werden, wobei ihre Häuser systematisch hinter ihnen niedergebrannt werden.

Die EBU bekräftigt erneut die grundlegenden Prinzipien des Buddhismus, wie sie bereits im Dezember 2012 von vielen weltweit führenden buddhistischen Lehrern in einer gemeinsamen Erklärung gegenüber Buddhisten in Myanmar abgegeben wurden:

„Wir möchten vor der ganzen Welt mit Nachdruck auf die grundlegenden buddhistischen Prinzipien hinweisen und Sie darin unterstützen, mit Gewaltlosigkeit, gegenseitigen Respekt und Mitgefühl zu handeln.

Diese grundlegenden Prinzipien, die der Buddha gelehrt hat, stehen im Mittelpunkt Buddhistischer Praxis:
Buddhistische Lehre beruht auf den Gelübden, nicht zu töten und niemandem Leid zuzufügen.
Buddhistische Lehre beruht auf Mitgefühl und gegenseitiger Fürsorge.
Buddhistische Lehre erweist allen Menschen Respekt – unabhängig von Klasse, Kaste, Rasse oder Glaubensrichtung“

Als Europäische Buddhistische Union setzen auch wir uns für diese Werte ein und beteuern unsere Solidarität mit allen Opfern von Gewalt, Schaden und Verfolgung.

Wir möchten unserem Wunsch Ausdruck verleihen, dass in Myanmar wieder Friede und Gewaltlosigkeit hergestellt und die Menschenrechte geachtet werden, als auch, dass Bedingungen geschaffen werden, unter denen alle ethnischen Gruppen Myanmars friedlich und gleichberechtigt miteinander leben können.“

Der Rat der Deutschen Buddhistischen Union e. V. – Buddhistische Religionsgemeinschaft
4. Januar 2017