Enteignung tibetischer Nomaden

Zwangsenteignungen in Tibet

In Amdo (Tibet) sind offenbar erneut umfangreiche Zwangsenteignungen von Land geplant, um etwa 30 000 chinesische Migranten aufzunehmen. Dies meldet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), die dabei Radio Free Asia zitiert. Demnach haben tibetische Landbewohner berichtet, dass die chinesischen Behörden bereits den Grund von fünf Nomadensiedlungen im Bezirk Gepasumdo in der TAP Tsolho (Provinz Qinghai) zwangsenteignet haben, um diesen chinesischen Zuzüglern zur Verfügung zu stellen.

Hintergrund sind offenbar Wachstumspläne für eine neu angelegte Stadt. Diese wiederum soll im Zusammenhang mit der Errichtung von zwei weiteren Wasserkraftwerken stehen.

Auch das Vieh soll reduziert werden

So habe es am 25. April 2012 ein Treffen von chinesischen Regierungsbeamten mit Vertretern von fünf Nomadensiedlungen gegeben. Anschließend seien die tibetischen Bewohner der Dörfer Setong, Dragmar, Seru, Machu und Goekar gezwungen worden, 60 Prozent ihres Landes abzutreten und noch in diesem Jahr 54 Prozent ihres Viehs durch Schlachtung abzuschaffen, sagte ein tibetischer Informant.

Nach der Weigerung der Tibeter, diese Pläne umzusetzen, seien die Bewohner von drei Siedlungen gezwungen worden, nunmehr ihren gesamten Landbesitz dem Staat zu überlassen. Die Tibeter befürchten, dass in der Region etwa 100 000 Chinesen angesiedelt werden sollen.

Ausführliche Infos zum Thema Zwangsenteignungen in Tibet bei der IGFM unter www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html bzw. in englischer und tibetischer Sprache bei Radio Free Asia unter www.rfa.org.

Susanne Billig, Online-Redaktion