„Wir brauchen Menschen, die sich aus ihrem Glauben heraus für andere engagieren“

Bericht

„Wir brauchen Menschen, die sich aus ihrem Glauben heraus für andere engagieren“

 

Die Mitglieder des Vorstandes der „Deutschen Buddhistischen Union – Buddhistische Religionsgemeinschaft (DBU)“ waren Anfang 2017 persönlich zum Neujahrsempfang der Baden-Württembergischen Landesregierung im Neuen Schloss in Stuttgart eingeladen. Gunnar Gantzhorn und Claus Herboth folgten der Einladung im Namen der DBU gern. „Als ‚Vertreter der Buddhisten‘ fanden wir erstmals eine Erwähnung in der protokollarischen Begrüßung. Das ist ein Novum“, erklärte Gunnar Gantzhorn.

(24.1.2017/online-red dbu) Der baden-württembergische Neujahrsempfang 2017 stand unter dem Leitspruch „Verschieden glauben – miteinander leben. Kirchen und Religionsgemeinschaften in Baden-Württemberg“. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften im Land. Auf dem Neujahrsempfang betonte der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann, die religiösen Gemeinschaften bildeten ein wichtiges Wertefundament, auf das der Staat aufbauen könne.

Feuerartist vor dem Neuen Schloss  | © Staatsministerium Baden-Württemberg

„Der Staat lebt von den geistlichen, moralischen und sozialen Qualitäten und Quellen seiner Bürgerinnen und Bürger, die an etwas glauben, die Werte und Ideale haben und sich für ihre Überzeugungen einsetzen“, betonte er. Kirchen und Religionsgemeinschaften seien wichtig für das kulturelle Gedächtnis der Gesellschaft, die auf diese Weise ihre gegenwärtige Kultur verstehen könne und um ihre impliziten religiösen Signaturen wisse. „Sie erinnern uns daran, dass es in unserem Leben noch etwas Größeres gibt“, so Kretschmann.

Fruchtbare menschliche Vielfalt und Verschiedenheit

Im Hinblick auf die zunehmende Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen und um die Toleranz gegenüber Fremden erklärte er auch, dass die Unterschiedlichkeit der Menschen die Grundlage jeder menschlichen Gesellschaft bilde und zudem ihre wichtigste Ressource sei. Deshalb gehöre nicht nur die Toleranz gegenüber dem Religiösen wesentlich zur kulturellen Prägung unserer Gesellschaft, sondern die „fruchtbare menschliche Vielfalt und Verschiedenheit“ präge auch das Zusammenleben in Deutschland. Kirchen und Religionsgemeinschaften seien Teil dieser Pluralität und gestalteten diese wesentlich mit.

„Katholische und evangelische Christen bilden zwar die große Mehrheit. Doch Juden, Muslime, orthodoxe und freikirchliche Christen, Buddhisten und Anhänger anderer Religionsgemeinschaften gehören genauso zu Baden-Württemberg“, unterstrich Winfried Kretschmann und betonte auch, dass die Gesellschaft Menschen brauche, die sich aus ihrem Glauben heraus für Andere und für die Welt engagierten.

Neujahrsempfang der Landesregierung im Neuen Schloss | © Staatsministerium Baden-Württemberg

Der baden-württembergische Ministerpräsident ging in seiner Rede auch auf die Neutralitätspflicht des Staates ein. Aus ihr folge, dass jede Religion ihren Wahrheitsanspruch selbst begründen und den Menschen plausibel machen müsse. Dies habe nichts mit Fanatismus zu tun. Es gelte jedoch auch, entschieden gegen diejenigen vorzugehen, die im Namen der Religion Hass, Gewalt und Terror praktizierten.

Zum Ende seiner Rede bat Winfried Kretschmann besonders die kleineren, nicht-christlichen Religionsgemeinschaften, auf ihn zuzukommen. „Von dieser Einladung haben wir in einer kurzen persönlichen Begrüßung auch Gebrauch gemacht“, so DBU-Vorstand Gunnar Gantzhorn.