Vesakh 2012

Vesakh und dem 2600. Jubiläum der Erleuchtung des Buddha widmet die Theravada AG (www.theravadanetz.de) ihren aktuellen Newsletter:

Übermorgen ist Vollmond, aber diesmal ein ganz besonderer:

Der 2600. Jahrestag der vollständigen Erleuchtung

„In diesem Jahr wurden nach dem Mondkalender verschiedene Termine für Vesakh berechnet: Mehrheitlich wird der 5. Mai angegeben, andere (u.a. die UN) nehmen den nächsten Vollmondtag am 3. Juni an. Wie auch immer – dieses Jahr können wir an diesem Tag die Geburt, das 2600. Jubiläum der Erleuchtung des Buddha und seinen Todestag feiern.

Nach der Theravada-Tradition wurde  von König Ajatasattu von Magadha mit dem Tod bzw. Parinibbana des Buddha im Jahr 544 v.Chr. eine neue Ära und Zeitrechnung (B.E. = Buddha Era) beginnend mit 1 eingeführt.  Am 5.5.2012 verjährt sich der Tod des Budha zum 2555. mal und beginnt das Jahr 2556 B.E. (in Thailand beginnt man die Zählung mit 0 und ist also in der Zählung um 1 Jahr zurück, d.h. 2555 B.E.). Da der Buddha nach seiner Erleuchtung noch 45 Jahre gelebt und gelehrt hat, erhalten wir durch Addition von 45 zu 2555 die runde Zahl von 2600.

Und in der Tat begann vor 26 Jahrhunderten mit diesem Ereignis eine neue Ära: Nicht nur Siddhattha Gotama als Einzelperson hatte die Erleuchtung, das Erwachen, die Befreiung realisiert und war zum Buddha geworden, sondern damit erhielten seine Schüler (wörtlich: Hörer)  und die ganze Welt die Gelegenheit, Befreiung zu erlangen; der Weg war gegeben  und steht immer noch zur Verfügung – bis heute. Wie glücklich wir uns schätzen dürfen!

So wie wir hierzulande auch die runden Geburtstage größer feiern, könnten wir auch diesen 2600. Jahrestag der vollständigen Erleuchtung unseres großen Lehrers feiern: auf einem der zahlreichen Vesakhfeste auch hier in Deutschland, mit einer kleinen Feierlichkeit im Kreise einiger Dhamma-Freunde oder der Familie bzw. alleine für sich und im eigenen Herzen.

Bei der Verehrung des Buddha sollten wir bedenken, dass wir zwar Blumen, Lichter, Räucherstäbchen und dergleichen verwenden können, dass die höchste Verehrung jedoch darin besteht, denselben Zielen nachzustreben wie das verehrte Wesen. 

Traditionell ist es zu solch wichtigen Anlässen in buddhistischen Ländern oft üblich, eine Pagode bzw. einen Stupa zu errichten. Gut, da sind wir hier in der Diaspora wohl etwas überfordert, aber wir könnten zumindest eine Pagode im eigenen Herzen bauen: ein Fundament aus Ethik (sila), einen Pagodenkörper aus Sammlung (samadhi) und die Pagodenspitze mit einem Schirm aus Weisheit (pañña).

„Buddha sasanam ciram titthatu !“

Möge die Lehre des Buddha lange bestehen.

Möge der Dhamma in seiner ursprünglichen, kristallklaren Reinheit erhalten bleiben.

Mögen wir alle einen Beitrag dazu leisten, wenn nicht im Großen, so doch im eigenen Herzen, durch die Entwicklung und Läuterung unseres Geistes hin zur Befreiung, zum Verlöschen der Geistesbefleckungen (kilesas) mit der vollen Erleuchtung, und zum Verlöschen der Daseinsgruppen (khandhas) im Parinibbana. Dann wird es „unser“ Vesakh sein!

Mit besten Glücks- und Segenswünschen

Agganyani

(Leiterin der Theravada-AG innerhalb der DBU)“

www.theravadanetz.de